Die Geschichte der Fohlenweide

Thiergarten Bieberstein: Kupferstich von Johann Franz Pfeiffer, vor 1796. Auf dem Bild sind die Seiten verkehrt zu sehen. In der Mitte iat der Marstall. Dort steht heute das Hotel Fohlenweide. Am Rand sind die Mauern des Thiergartens. Erkennbar sind auch die inneren Zäune. Rechts ist das Schloß Bieberstein

Im Jahr 1720, 6 Jahre nach dem Bau des Schlosses Bieberstein, begann man unter der Regentschaft des Fuldaer Fürstabts Constantin von Buttlar (1714-1726) mit der Projektierung eines Thiergartens, wie er in den meisten deutschen Territorien des 17. und 18. Jahrhunderts zu den Attributen des fürstlichen Absolutismus gehörte.

 

Der Besitz belief sich auf eine Fläche von über 2000 Morgen, umgeben mit einer großen Umfassungsmauer mit 4 Durchlässen. Davon war im Norden das Biebersteiner Tor und im Osten das Fuldaer Tor repräsentativ ausgebaut und mit Torhäusem versehen. Die beiden bekrönten Löwen des FuldaerTores befinden sich heute am Eingang des Schlosses Fasanerie (Adolphseck).

 

Vom Biebersteiner Tor führte eine Lindenallee zu den fürstlichen Anlagen mit einem „herrschaftlichen Jagdhaus", einem Küchenbau, Scheuem, Ställen, Backhaus und Jägerhaus sowie einer „Wasserkunst".

 

Auf die besondere Eleganz der Räumlichkeiten des Schlosses sowie seiner wichtigsten Nebenbauten lassen die in den Amtsrechnungen von 1788 erschienenen Inventarlisten schließen. Von besonderer Schönheit müssen auch die gärtnerischen Anlagen, die sich mit ihren Pavillions terrassenartig am Fuße des Wadberges erstreckten, gewesen sein.

 

Die oranische Herrschaft, die im Dezember 1802 in Fulda einzog, brachte für den Thiergarten zunächst noch keine Veränderung mit sich.

Die im Oktober 1806 erfolgte, französische Besetzung des Landes führte 1809 schließlich bis zur Versteigerung des beweglichen Inventars von Schloß und Nebengebäuden.

Im Mai 1810 wird der Thiergarten zu den „domaines extra ordinaires de sa Majest Imperial et Royale" d. h. Napoleon, zugeschlagen. Schloß und Gebäude verfallen weiter und es kommt zu Plünderungen.

Der hessische Kurstaat, dem 1815 der größte Teil Fuldas zugeschlagen wird, beschließt wegen des weiteren Verfalls der Anlage am 20. August 1822 den Verkauf der Gebäude und den Abbruch der Mauer, zumal man das Damwild bereits in die Fasanerie nach Adolphseck verlegt hatte.

 

 

Da der Verkauf nur schleppend von statten ging, gab man die Anlagen von Amts wegen zum Abbruch frei. Die Bauern sollten damit die örtlichen Wege befestigen und ausbauen. Lediglich der Marstall konnte dem Abriß entgehen.

Er war von der Kammerdeputation für eine eventuelle „Fohlenhute" als geeignet erachtet worden. 1834 wird die „Fohlenweide" nach Genehmigung durch den hessischen Landwirtschaftsverein eröffnet.

 

Im Nordteil des Gebäudes richtet der dort wohnende Fohlenwärter eine kleine Schankwirtschaft ein, die sich vor allem im Sommer über viele Jahrzehnte zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelte.

Im November 1980 gab der letzte Fohlenwärter seine Wohnung und den Wirtschaftsbetrieb endgültig auf.

 

Unter der Verpflichtung innerhalb von 3 Jahren die Renovierung insoweit voranzutreiben, daß ein Gaststättenbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, wurden die Gebäude und ein ca 10.000 qm großes

Grundstück erstmalig veräußert. Als dies dem Erwerber nicht gelang, wurden erneut Interressenten gesucht.

 

Der Gastwirt Gotthard Nüdling und dessen Schwager, der Bauingenieur Alfred Schabel, übernahmen dann im April 1986 mit ihren Ehefrauen den inzwischen überschuldeten Grundbesitz und begannen bereits 3 Monate später mit dem Bau der „neuen" Fohlenweide.

 

Wesentliche Elemente des alten Marstalles, der Nord- und Südpavillon. konnten verbunden und kunstgerecht zu einem modernen Hotelbau konzipiert werden. Die gesamte Gastronomie wurde in einem komplett neu erstellten Gebäudeteil eingerichtet. Seit 1991 führt die Familie Nüdling die Fohlenweide im Alleinbesitz.

 

Im Zuge ständiger Erweiterungen wurde im Jahr 1998 eine Reithalle gebaut in deren Dach ein Hochseilgarten mit Kletterwand installiert ist

 

2001 wurde das Restaurantgebäude umgebaut und es entstand eine neue Empfangshalle mit Bar, sowie mehrere Tagungs- und Konferenzräume.

 

Für weitergehende Informationen empfehlen wir Ihnen die im Jahre 2002 erschienene Publikation von Herrn Wolfgang Weitz über "Die Jagd im Biebersteiner Thiergarten", die wir Ihnen auf Wunsch gerne übersenden.

 

 

 
36145 Hofbieber (Rhön)
Tel. (06657) 988-0 • Fax (06657) 988-100

finden Sie [ Opens internal link in current windowhier ]

 

finden Sie [ Initiates file downloadhier ]

 

Aktuelles:

10.05.2013

man gönnt sich ja sonst nichts ...

Ein wirklich aufregender Lamborghini




Nach oben

Wenn Sie aktuelle Informationen über Specials oder besondere Last Minute Aktionen wünschen, sollten Sie hier unseren

Opens internal link in current window